Saarbrücker Street‑Act trifft Pop, Polka & Jazz: frech zerlegt und neu verpackt! Ist das Kunst? Ist das Klamauk? Oder ist es einfach verdammt gute Musik? Wahrscheinlich ein bisschen von allem.
Die Masters of Blasmusik interpretieren Alltime-Classics und vergessene Perlen verblüffend neu mit Bariton-Sax, Klarinette, Melodica und Trommel: poppig, jazzig, überraschend, charmant und vor allem witzig. Dabei dampfen sie Pop und Polka, Jazz und TV-Songs auf ihre Essenz herunter – und die heißt: ganz viel Spaß! Von Kurt Weill bis Queen, von George Gershwin bis Jim Knopf: vor den Masters of Blasmusik ist nichts sicher! Und obendrein immer mit einer Prise Comedy! Sie gehören einfach zu den Formationen, die zeigen, wie modern, humorvoll und doch musikalisch anspruchsvoll Blasmusik heute klingen kann. Die Band verbindet klassische Blasorchester‑Power mit Pop‑ und Partyelementen, präzisem Handwerk und einer spürbaren Freude am gemeinsamen Musizieren, wobei ein gewisses Augenzwinkern niemals zu kurz kommt. Wenn diese Kapelle auf die Bühne kommt, ist das kein Konzert, das ist ein Ereignis. Energie, die sofort zündet, ein Sound, der einen packt, und ein Repertoire, das einmal quer durch die Musikgeschichte springt, alles drin, alles echt. Dazu die typisch saarländische Handschrift: bodenständig, humorvoll, nahbar. Hier wird nicht abgehoben, hier wird gefeiert. Und zwar gemeinsam. Die Arrangements sitzen, die Ein-Mann-Rhythmusgruppe schiebt, und plötzlich merkst du: Die spielen nicht für das Publikum, sondern mit ihm. Hinter jedem Song steckt eine Geschichte – mal lustig, mal nachdenklich – die das Konzert zu einem echten Erlebnis macht. So muss sich Livemusik heute anfühlen, erst recht, wenn sie geblasen daher kommt.
Mit Masters of Blasmusik kehren Zippo Zimmermann (Klarinette und Melodica), Kathrin Sude (Bariton-Saxophon), beide Mitglieder der saarländischen Kultformation Savoy Truffle, und Chris „Tromla“ Hans gewissermaßen zu ihren musikalischen Wurzeln zurück: Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelten sie einst in den Blaskapellen ihrer Heimatorte – in Ansbach, Eschringen und St. Ingbert. Als Musiker, die aus Vereinsmusik, Bigband‑Tradition und moderner Brass‑Szene kommen, haben sich die Masters schnell einen Namen gemacht: druckvoller Sound, starke Soli, viel Bühnenpräsenz und ein denkbar breites Repertoire, das von traditioneller Blasmusik bis zu aktuellen Chart‑Covern reicht. Was damals traditionell begann, wird heute mit unbändiger Spielfreude, liebenswerter Respektlosigkeit und einer gehörigen Portion Humor neu erfunden und fortgeschrieben. Verschiedenste Veranstalter und wechselndes Publikum schätzen ihre Zuverlässigkeit, professionelle Bühnenarbeit und die Fähigkeit, auch große Plätze mit Energie zu füllen.
Begonnen haben die Protagonisten 2025 zu zweit aber inzwischen stehen drei bestens renommierte und bekannte Persönlichkeiten der Saarbrücker Musikszene auf der Bühne. Chris Hans alias „Tromla“, der seit über 20 Jahren als Profidrummer zwischen Techno, Jazz und Experimentalmusik unterwegs ist, hat schon letztes Jahr aus dem Duo ein Trio gemacht. Der kannte die beiden anderen natürlich auch schon eine Weile, aber Zippo und Kathrin kennen sich am längsten – oder Zippo? „Genau, wir kennen uns seit 98 oder 99. Ich hatte sie schon vorher irgendwie gekannt und dann hat kam sie ja auch zu Savoy Truffle. Und den Trommler, den kenne ich auch schon ewig. Da kann ich jetzt genau gar keine Jahreszahlen nennen, aber den habe ich schon mit Ja!Ja!Ja! live erlebt. Und ihn dann bei den Masters einzugliedern war gar kein Thema. Der ist ja, der ist sehr integrationsfreudig und ich wusste ja schon, wie der tickt, und dass er ein super Musiker ist. Wir waren ja erstmal zu zweit, Kathrin und ich, dann haben wir beim Proben gemeint: Ach, irgendwas fehlt da Wir brauchen noch irgendeine Art von Trommelgeräuschen oder Rhythmus dabei, sonst fällt das auseinander. Und da ist mir halt wirklich der Tromla als erstes eingefallen, weil der genau dazu passt. Weil er erstens wie gesagt sau gut ist und zweitens, weil er diese gewisse Art hat, die man für so ein Projekt braucht. Diesen gewissen Humor und eine gewisse Ironie und das ist nicht bei allen gegeben. Wenn manche schon hören Blasmusik, dann renne die schreiend weg. Und beim Tromla wusste ich, der ist für solche lustigen Sachen zu haben!“ Das sieht der hochgelobte Tromla nicht wirklich anders: „Das war wirklich nicht so schwer, sich da einzufügen. Zum einen ist es ja im Grunde eine Coverband, da ist es ja immer etwas einfacher sich einzufügen, weil man die Songs meistenteils schon kennt. Würden die eigenes Material spielen, wäre das ein bisschen schwieriger gewesen. Aber ich kenn die ja auch schon länger, da macht Routine vieles leichter. Die sind eben bekannte regionale Musiker und man kennt sich halt. Ausserdem gefällt mir, dass sich in dem Kontext auch schrägere Ideen umsetzen. So habe ich mir beispielsweise „Mana Mana“ gewünscht und das hat jetzt im Theater im Viertel tatsächlich seinen Weg ins Programm gefunden, wobei ich den Gesangspart übernehmen „durfte“. Immerhin das erste Stück der Master of Blasmusik mit Gesang!“
Ob mit oder ohne Gesang, die Masters verstehen sich zum sehr großen Teil als reine Liveband, oder Zippo? „Ja, das ist ja eigentlich schon als reine Liveband gedacht, vielleicht mit der Ergänzung um Musikvideos. Wir haben ja schon angefangen Videos zu machen, die ganz gut ankommen und in dem Format können wir noch mal ganz andere Sachen machen, obwohl die ja auch live gespielt sind. Aber da können wir dann halt noch so ein paar Sachen reinschneiden, ein bisschen ohne Instrumente rum tanzen oder so. Ein gutes Beispiel hierfür ist unser Starwars-Day Video, wo wir außer dem Musik machen, einzeln oder in wechselnden Formationen herumtanzen und ohne Instrumente Quatsch machen. Das ginge ja live nicht und deswegen sind Videos für uns noch mal was Besonderes. Insofern sind wir gar nicht nur eine reine Liveband, sondern auch eine Videoband. Überhaupt ist uns unsere Optik ja schon wichtig, wie man auch an unseren ganz speziellen Outfits erkennen kann. Übrigens auch ein Beitrag von Kathrin, die irgendwann mal ankam und meinte: guck mal, was ich gekauft habe und die erste Uniform Jacke präsentierte. Und dann haben wir gesagt, wenn, dann müssen wir alle so aussehen. Gesagt, getan, wobei dann der eigentliche Witz war und ist, es sind zwar alles ähnliche Uniformjacken, aber das eigentlich uniforme, nämlich dass alle exakt gleich aussehen, ist bei uns ja überhaupt nicht gegeben. Die passen eigentlich, wenn man genau hinguckt, nicht wirklich zusammen. Wir sehen alle unterschiedlich aus. Das ist praktisch eine paradoxe Uniform, wenn man so will. Und vielleicht passen sie exakt deswegen so gut zu uns!“
Was wirklich besonders gut und unverwechselbar zu den Masters of Blasmusik passt sind die exzellenten Arrangements ihrer Titel, was bei einer Besetzung wie der ihren nicht so ganz ohne ist. Zippo Zimmermann bestätigt: „Ja, da ist wohl so, weil es eine Besetzung wie unsere natürlich eigentlich nicht gibt, klar. Es gibt sonst keine Band, die aus Bariton-Saxofon und Klarinette besteht. Gut, das Trommeln spielt da vom Arrangement her nicht so eine große Rolle, weil der ist so virtuos und trommelt halt, was ihm so in den Sinn kommt. Das kann man heraushören, das ist ja kein Thema. Nur solche Bläserensembles sind auch normalerweise mehr Leute, also mindestens drei oder vier mehr oder eher vier oder fünf, damit man auch Harmonien spielen kann und Melodien. Das bedeutet, für die Masters muss im Prinzip jedes einzelne Stück neu arrangieren werden.“ Und das ist eine Arbeit, die lastet im Wesentlichen, lastet auf deinen Schultern? „Kommt drauf an, das ist oft auch schon ein gemeinsames Erarbeiten. Der eine kommt mit der Idee für ein Stück, dann einigen wir uns erstmal auf die Tonart. Dann hören wir einzeln unsere Parts raus und andere Sachen, die ich dann tatsächlich als Noten aufschreibe. Eigentlich müssten wir längst eine Riesenliste an Titeln haben, wenn wir alles spielten, was uns so in den Sinn kommt, aber das geht halt nicht. Die müsste man dann natürlich alle neu arrangieren und alle üben. Und unser Programm wäre dann auch safe über fünf Stunden lang. Es ist halt immer ein bisschen schwierig, dann zu sagen: Ja, dann machen wir das und das und andere Stücke eben leider nicht, auch wenn wir es noch so gerne machen würden, aber dafür fehlt einfach die Zeit.“ Kathrin Sude weist im Gegenzug auf die vielen auch ganz pragmatischen Vorteile der genutzten Instrumente hin: „Das Bariton-Sax ist ja ein wirklich cooles Instrument. Im normalen Bandkontext kommt das aber manchmal gar nicht so zur Geltung. Deshalb wollte ich ein Projekt, bei dem es eine größere Rolle spielt. Außerdem nervt mich sonst immer das Aufbauen der ganzen Technik vor den Konzerten. Für die Masters müssen wir nur die Instrumente aufbauen, es gibt keinen Soundcheck und wir können einfach loslegen. Nicht zuletzt brauchen wir keinen Strom und sind deshalb auch total nachhaltig (lacht).“
In den letzten Wochen hat das zum Starwars Day am 4. Mai veröffentlichte Video der Masters für reichlich Furore gesorgt. Sie geben hier ihre eigene Version der ikonischen Nummer „Mad about me“ der Cantina Band aus Episode IV zum Besten. Diese wurde nicht zuletzt durch eine zehn Stunden Version bekannt, in der die Band das Stück immer und immer wieder spielt, weil jedes Mal am Schluss eine Stimme ruft: Spielt den gleichen Song nochmal! Habt ihr keine Angst, Zippo, dass euch das auch passiert? „Bis jetzt hat das noch keiner gerufen. Wir sind gespannt. Wir haben es aber bisher auch nur einmal live gespielt beim Neujahrsempfang in Eschringen. Da hat das noch keiner gerufen. Aber wir sind gespannt und wir spielen es natürlich gerne – noch mal!“









